Warum ich schreibe
Ich schreibe, weil mich interessiert, was Frauen tun, wenn der erste Lebensentwurf zu eng geworden ist.
Geboren in Linz, früh weggegangen, Studium in Innsbruck, Schweiz, Frankreich. Ich wollte eine grössere Welt. Gefunden habe ich sie in Gesprächen mit Frauen, die neu angefangen haben, die sich verwandelt haben, die weitergegangen sind, obwohl niemand damit gerechnet hatte.
Ich habe erst kurz nach fünfzig zu schreiben begonnen. Vielleicht braucht es das, genug gelebtes Leben, um zu wissen, worüber es sich lohnt zu schreiben. Meine Großtanten-Trilogie erzählt von Frauen, die anders waren: unbeirrbar, eigenwillig, frei auf ihre ganz eigene Art. Frauen, die zeigen, dass Freiheit oft in kleinen, stillen Gesten beginnt.
Eine Woche lebte ich als Turmeremitin in 68 Metern Höhe im Linzer Mariendom. Über mir nur Himmel, unter mir meine Geburtsstadt – und dazwischen ein schmaler Raum, in dem ich mir selbst nicht ausweichen konnte. Daraus entstand Stille Rebellinnen.
Als Herausgeberin habe ich gelernt: In jedem Menschen liegen Geschichten verborgen. Sie warten nur darauf, erzählt zu werden.


