Hugo Ramnek, Wolfram Schneider-Lastin

Am Bahnsteig

Geschichten von Ankunft und Abschied

Was geschieht eigentlich zwischen Ankunft und Abfahrt?

Für den Sammelband «Am Bahnsteig» haben Wolfram Schneider-Lastin und Hugo Ramnek rund dreissig Autorinnen und Autoren eingeladen, einer Bahnhofsgeschichte nachzuspüren. Denn ein Bahnhof ist weit mehr als ein Ort, an dem Züge halten. Er ist ein Knotenpunkt des Lebens – alltäglich und überraschend, schicksalhaft und zutiefst berührend.

Hier nehmen sich Liebende in einer letzten Umarmung Abschied, hier wagen Menschen einen Neuanfang. Von hier fuhren junge Männer in den Krieg, hier setzten Geflüchtete hoffnungsvoll den Fuss auf noch unbekannten Boden. Ob pulsierender Hauptbahnhof, schäbiger Vorortsbahnhof oder abgelegene Halt-auf-Verlangen-Station: Auf ein und demselben Bahnsteig begegnen sich Freude und Schmerz – in Wien ebenso wie in Wädenswil oder Wellingtonbridge.

In diesem Band bin ich mit einer Kurzgeschichte vertreten: «Achtundsechzigtausend Kilometer». Sie erzählt von einer jungen Frau, die 1990 Wien verlässt und mit einem Koffer voller Zweifel in den Zug nach Genf steigt – eine Reise zwischen Liebe und Abschied, zwischen Fernweh und der Frage, ob man vielleicht erst durchs Weggehen wirklich zu sich selbst findet.

Das Buch erscheint am 9. September 2026

Leseprobe

Über das Buch

Der Titel „Wannst net fort muasst, so bleib?“ geht auf eine Zeile aus der oberösterreichischen Landeshymne zurück. Das Fragezeichen war mir wichtig. Es öffnet einen Dialog: Was heißt es zu bleiben, was heißt es zu gehen? Die Autorinnen erzählen sehr persönlich von Aufbruch und Rückkehr, von Zweifeln und Entscheidungen. Heimat erscheint darin als Landschaft, als konkreter Ort, als Beziehung oder als innerer Raum, den man in sich trägt. Der Satz: «Heimat kann man nicht abstreifen wie einen alten Mantel». bringt es schön auf den Punkt. 

Mit Beiträgen von:

Corinna Antelmann
Verena Dolovai
Angela Flam
Ursula Giannoni-Prameshuber
Marlene Gölz
Eva Grübl
Susanne Huber
Doris Kloimstein
Julia Kröhn
Gabi Kreslehner
Ida Liebetseder
Martina Anna Linortner
Karina Luger
Christina Mack
Dominika Meindl
Ulrike Moshammer
Renate Perfahl
Christa Prameshuber
Elisabeth Vera Rathenböck
Ingrid Rauchberger
Marion Reisinger
Barbara Rieger
Gerlinde Riegler-Aspeltmayr
Katharina Riese
Arianna Roider
Marlen Schachinger-Pusiol
Barbara Schinko
Gerda Sengstbratl
Claudia Taller
Verena Traeger
Johanna Tschautscher
Marion Wisinger

Was andere über das Buch sagen

Abenteuer beginnen meistens im Kopf – und bleiben dort dann oft stecken! Bei Christa  Prameshuber ist das anders. „Neugier ist der Schlüssel zur Freiheit“ – ein Zitat auf ihrer Kreuzwegstation 4 (Seite 34) bezeichnet das Wesen der Autorin. Sie hat sich den Schlüssel zum Turmzimmer im Mariendom in Linz beschafft, der sie über hunderte von Stufen zur inneren Freiheit führt. Ihre Gedanken haben sich in Wortblumenbeete verwandelt, die auf dem Papier dahinschlängeln (Seite 61).
Rosemarie Streicher, Zürich
Die persönliche Geschichte aus dem Turmzimmer hat mich fasziniert. Kompliment – es ist auch ein wunderschön gestaltetes Buch mit den Fotos, die den Text bereichern. Ich weiss, ich könnte nicht alleine die Nächte in dieser grossen Kirche verbringen. Aber so ein Retreat, mal eine Woche oder mehr an einem fremden Ort, nur auf mich selbst und meine Schreiben fokussiert – das wäre verlockend…
Ursula Pecinksa, Basel

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