Johann Hammer kam zur Ahnenforschung, indem er begann, seine eigenen burgenländische Wurzeln zu untersuchen, und feststellte, wie viele Burgenländer in die USA ausgewandert waren. Das war die „Initialzündung“, dank der er zum Berufsgenealogen wurde. Was man dafür braucht? Geduld, analytisches Denken, detektivischen Spürsinn – und natürlich muss man alte Handschriften entziffern können. Infolge der diversen Anfragen lernt man Familienschicksale und historische Gegebenheiten kennen, wodurch eine Nähe zu den Kunden entsteht, deren Freude über Wiederentdecktes zu den schönsten Befriedigungen zählt, wie Johann sagt.
Auf meine Frage bezüglich kurioser Geschichten erzählt Johann Hammer von einem Sterbefall in den USA, als nach Vorfahren und Verwandten dieser Verstorbenen gesucht wurde. „Tatsächlich konnte ich eine Familie in Wien ausfindig machen und versuchte Kontakt herzustellen. Vorerst waren die Familienmitglieder total reserviert und wollten keinen Kontakt. Erst als sie erfuhren, dass es sich hier um eine Erbschaft in Millionenhöhe handelt, wuchs das Interesse. Und dann waren sie enttäuscht, als sie erfuhren, dass es auch noch andere Erben gab.“
Und wie „forscht“ man? Fotos, Briefe, Dokumente zählen zu den am häufigsten verwendeten Dingen, von denen man ausgehend anhand von Zeitungsartikel weitersuchen kann.
Für mich hat er unermesslich wichtige Informationen entdeckt: das Abschlusszeugnis meines Vaters von seinem heimlichen Nebenstudium „Klavier“ am Institut für Jazzmusik in Wien, von dem er nie erzählt hatte. Er entdeckte auch die Todesnachricht des Selbstmordes der Mutter meiner Tante Mali aus dem Jahr 1912 in zwei Tageszeitungen.
Johann Hammer verwendet MyHeritage, FamilySearch und Ancestry seit Jahren. „Für mich sind es allerdings hauptsächlich Tools für die Suche nach Personen oder Familien, wobei Ancestry mehr für die Überseeregionen und MyHeritage mehr für Europa passt.
Für den typischen Mitteleuropäer ist aus meiner Sicht MyHeritage das bessere Tool. Allerdings ist es nicht ganz billig: ein Stammbaum bis 250 Personen ist gratis, darüber kostet es 129 Euro pro Jahr“ erklärt er.
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